Der wichtigste Mensch in Deinem Leben

Der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist DU! Siehst Du das auch so? Oder denkst Du gleich, Nein, so egoistisch bin ich nicht? Da gibt es doch meine Kinder, meinen Partner, meine Mutter, meinen Bruder - die sind alle wichtiger als ich. Also mein Kind auf jeden Fall! 

 

Ich lade Dich ein, mal darüber nachzudenken. Wenn Du nicht der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist, sondern beispielsweise Deine Tochter, bedeutet das, dass Deine Tochter die erste Priorität in Deinem Leben hat. Du richtest Dein Leben danach aus, dass es IHR gut geht. Erst danach kommst Du - oder vorher sogar noch irgendjemand anderes. Ist es aber nicht so, dass Du nur dann wirklich gut für Deine Tochter da sein kannst, wenn es Dir so richtig gut geht? Wenn Du Dich in einen guten Zustand gebracht hast? Wenn Du Deine Bedürfnisse ebenfalls berücksichtigst und Dich selbst gut pflegst?

Ich gehe sogar noch weiter: Ist es nicht in Wahrheit so, dass Du möchtest, dass es Deiner Tochter gut geht, damit es auch DIR gut geht? Damit Du nicht leidest / traurig bist / Dir Sorgen machen musst? 

 

Je besser es Dir selbst geht, desto besser geht es den Menschen, die Du liebst, Je mehr Du Dich selbst liebst, desto tiefer und freier können Deine Beziehungen zu den Menschen sein, die Du liebst.
Weil Du aus der Fülle agierst und gibst und nicht aus einem versteckten Mangelempfinden heraus. 

 

Ich mache ein Beispiel hierzu. Wenn Du Dein Leben danach ausrichtest, dass es anderen gut geht, kann es passieren, dass Du dabei Deine eigenen Bedürfnisse vergisst oder hinten anstellst.

 

Dieser Satz begegnet mir immer wieder in meiner Arbeit: "ich tue das für meine Kinder". Konkreter: "Ich bleibe in dieser Beziehung, meiner Kinde zuliebe. Ich will, dass sie mit Vater und Mutter aufwachsen. Auch wenn wir kein gutes Paar sind und ich ohne die Kinder nicht mehr mit dieser Frau zusammen wäre" Oder: "ich mache diesen Job, damit wir uns das Haus leisten können. Das ist meiner Frau so wichtig. Ich selbst brauche das eigentlich gar nicht."

 

Wenn Dir solche Sätze bekannt vorkommen oder auch nur so ähnliche Gedanken, kann es sein, dass Du Dich selbst zum Opfer der Menschen machst, die Dir am wichtigsten sind.

Im Beispiel oben: Ich bleibe in dieser Beziehung der Kinder zuliebe. Richtig wäre: Ich bleibe in dieser Beziehung, weil ich nicht bereit bin, den Preis zu bezahlen, den ich für eine Trennung zahlen müsste, zum Beispiel den möglichen Vorwurf, eine schlechter Vater zu sein. 

Du bleibst in der Beziehung nicht, damit es den Kindern besser geht. Sondern weil Du selbst nicht gehen möchtest. Weil Du Dich lieber opferst, als zuzugeben: ich bin nicht bereit, ohne meine Kinder zu leben.

Ich selbst bin mir so wichtig, dass ich lieber in einer schlechten Beziehung bleibe, als auf den Alltag mit meinen Kindern zu verzichten. Doch dieses "Ich bin mir selbst so wichtig" ist gesellschaftlich nicht anerkannt, das aufopfern für die Kinder ist jedoch sehr anerkannt. Also denkst Du Dich selbst lieber zum Opfer, als zu Dir und Deinen Bedürfnissen zu stehen. 

 

Damit tust Du niemandem einen Gefallen. Am aller wenigsten Deinen Kindern. Diese spüren unbewusst, dass da etwas nicht stimmt. Erst dann, wenn Du Verantwortung für Dein Handeln übernimmst und Dir bewusst zugestehst, dass Du es in erster Linie Dir selbst zu liebe tust, was du tust, wird diese Verstrickung sich auflösen können. Denn Deine Kinder wollen nicht "schuld" sein daran, dass Du irgendetwas machst, dass du nicht möchtest. Sie brauchen Dich als erwachsenes Elternteil. Als jemand, der Verantwortung für sich und seine Entscheidungen übernimmt.  

 

Ich behaupte: Wenn du wirklich den Mut dazu hast, die wahren Beweggründe Deines Tun und Lassens aufzudecken, wirst Du irgendwann an dem Punkt ankommen: Ja, ich tue es für mich selbst. Weil das hier die im Moment beste Variante von allen ist. Sonst hätte ich schon längst etwas anderes gewählt oder initiiert. 

 

Wir Menschen tun alles für uns selbst. Jeder von uns. Das ist nicht egoistisch, sondern natürlich. Wir streben stets danach, glücklich zu sein und so wenig Schmerzen wie möglich zu erleben. Der entscheidende Punkt ist, sich dies einzugestehen und Verantwortung für das eigene Handeln, Fühlen und Denken zu übernehmen. Uns unserer Liebe zu uns selbst bewusst zu werden und diese auch zu leben. 

 

Je mehr ich mich selbst lieben kann, desto weniger abhängig bin ich davon, ob andere mich lieben oder nicht. Wir werden dadurch freier, weniger eifersüchtig, tadelnd, rachsüchtig, vorwerfend, neidisch, gierig und kontrollierend. 

 

Jede Liebe zu einem anderen Menschen beginnt mit der Liebe zu uns selbst!!! 

 

Alles beginnt bei uns selbst. Alles beginnt bei DIR selbst. Viel Spaß mit Dir in Deinem Leben!